Semecarpus anacardium – Marktfruchtbaum

Der Marktfruchtbaum, Nierenbaum, Ostindische Elefantenlaus oder Ostindischer Tintenbaum genannt (lat.: Semecarpus anacardium bzw. Anacardium orientale) — aus der Familie der Anacardiaceae, wie auch der Mangobaum, wächst in trockenen, bewaldeten Bergregionen Ostindiens. In Südasien und Australien ist der ostindische Tintenbaum gelegentlich kultiviert. In Südostasien wird der getrocknete Milchsaft mit Kreide zu einer Tinte verarbeitet. Darauf ist auch der volkstümliche Name „Tintenbaum” zurückzuführen. Wichtige Inhaltsstoffe des Markfruchtbaums sind Anacardsäure, Anacardöl, Phenolcarbonsäuren sowie Gerbstoffe. Anacardsäure und Anacardöl können im ganzen Baum verteilt oder konzentriert in bestimmten Bereichen vorkommen.

Ein Kontakt mit dem ätzenden Öl der Fruchtschale kann auf der Haut Juckreiz und einen Ausschlag mit großer Blasenbildung, die wie Verbrennungen II. Grades aussehen, verursachen. Die Dermatitis kann sich dabei über den ganzen Körper ausbreiten.

Die Früchte werden als Malaccanuss, ostindische Herzfrucht bzw. Anac bezeichnet. Die Araber behandelten mit dem öligen schwarzen Saft des Fruchtfleischs geistig-seelische Störungen wie z.B. Willenskonflikte, mangelndes Selbstwertgefühl oder emotionale Härte, Gedächtnisverlust, Lähmungen sowie Krämpfe. Die Hindus benutzen den scharf ätzenden Malakkanussbalsam für diverse Arten von Hautbeschwerden, wie zum Beispiel zum Ausätzen von Warzen, als blasenziehendes Mittel bei Hühneraugen, zum Wegbeizen von Muttermalen oder zur Säuberung von Beingeschwüren.

Homöopathische Arzneimittel werden aus den reifen, getrockneten Früchten hergestellt. Zum Arzneimittelbild von Anacardium gehören Verdauungsschwäche mit Völlegefühl und Aufstoßen, bitterer Geschmack, Magenschmerzen mit Besserung nach dem Essen, Übelkeit und Erbrechen. Deshalb setzt man es bei Magen- und Duodenalgeschwüren ein.

Semecarpus ist in folgendem Arzneimittel enthalten: